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Lelit Bianca im Test – Lohnt sich der Kauf?

Die Lelit Bianca V3 fällt sofort ins Auge – mit ihren eleganten Rundungen und den markanten Walnussholz-Akzenten.

Doch das stilvolle Äußere ist nur der Anfang: Diese halbautomatische Espressomaschine bietet Funktionen, die man in dieser Preisklasse kaum erwarten würde.

In diesem Testbericht erfahren Sie, welche Besonderheiten die Lelit Bianca auszeichnen – und ob sie Ihren Ansprüchen an erstklassigen Espresso gerecht wird.

ZUSAMMENFASSUNG: Die Lelit Bianca

Lelit Bianca PID V2 Dual Boiler
  • Die günstigste Espressomaschine mit manueller Druckregelung per Paddle und klassischer E61-Brühgruppe
  • Robust und langlebig – dank durchdachter Konstruktion und exzellenter Verarbeitungsqualität
  • Ein echter Blickfang: sanfte Linien und stilvolle Details aus Walnussholz

Ich habe mehrere hochwertige Espressomaschinen unter die Lupe genommen – und mich letztlich für die Lelit Bianca V3 entschieden. Sie überzeugt nicht nur durch ihr elegantes Design, sondern arbeitet auch angenehm leise und liefert herausragende Ergebnisse.

– Kunde

Bewertung der Lelit Bianca

In diesem Abschnitt werfen wir einen genaueren Blick darauf, was die Lelit Bianca auszeichnet. Was macht sie so besonders – und wie schlägt sie sich im Vergleich zur Konkurrenz?

Unsere Bewertung

  • Brühleistung
  • Benutzerfreundlichkeit
  • Milchaufschäumung
  • Verarbeitungsqualität
  • Reinigung und Wartung
4.3
Lelit Bianca
PREIS PRÜFEN

Brühleistung – 5/5

Fangen wir mit den Grundlagen an.

Die Bianca ist eine Dualboiler-Espressomaschine mit der bewährten E61-Brühgruppe. Dank der PID-Steuerung mit zwei separaten Regelkreisen lässt sich die Temperatur in beiden Kesseln unabhängig voneinander einstellen – für maximale Kontrolle beim Brühen und beim Dampfen. Zwar erreicht die E61-Brühgruppe nicht ganz die Temperaturkonstanz einer gesättigten Brühgruppe, wie sie bei deutlich teureren Maschinen zum Einsatz kommt, doch das großzügig dimensionierte Thermosyphon-System reduziert Temperaturschwankungen auf ein Minimum. Das Ergebnis? Konstant heißer Kaffee – ganz einfach.

Sprechen wir nun darüber, was die Bianca so BESONDERS macht.

Die E61-Brühgruppe verfügt über ein paddelgesteuertes Ventil, mit dem Sie den Wasserfluss – und damit den Brühdruck – während der Espressoextraktion regulieren können. Ein Manometer an der Brühgruppe ermöglicht es Ihnen, den Druck auf den Kaffeepuck zu überwachen (1).

Das nennt man Flussprofilierung. Und wissen Sie was? Die Bianca ist längst nicht die teuerste Maschine mit dieser Funktion. Ihre Bedienung ist durchaus vergleichbar mit der der La Marzocco GS3 MP – einer Maschine, die mehr als doppelt so viel kostet. Diese Art der Drucksteuerung ist ein weiteres Werkzeug zur Feinabstimmung Ihres Espressos – und eröffnet Ihnen ganz neue Geschmacksdimensionen. Fragen Sie dazu Barista und Café-Besitzer Fabrizio Sencion (2):

Mit der Flusssteuerung lassen sich vollkommen neue Extraktionsprofile erzielen – und die volle geschmackliche Komplexität der Tasse entdecken. Sie können bestehende Rezepte verfeinern – oder vielleicht sogar ganz neue kreieren.

Da Sie das Durchflussprofil manuell steuern, lassen sich keine Profile speichern – und eine perfekte Reproduzierbarkeit ist nicht möglich. Doch genau das hat auch Vorteile: Erfahrene Baristas schätzen oft die präzise Kontrolle, die eine manuelle Maschine bietet. Es hat einen ganz eigenen Reiz, Espresso „nach Gefühl“ zu brühen – mit Unterstützung des Manometers.

Auch aus praktischer Sicht überzeugt dieses Konzept: Ohne Computersteuerung ist die Maschine günstiger in der Herstellung, weniger fehleranfällig und leichter zu reparieren.

Was noch?

Tatsächlich gehört sie zu den leisesten Pumpen auf dem Markt!

Der Druck im Brüh- und Dampfkessel wird über ein gemeinsames Manometer an der Vorderseite angezeigt. Der Brühdruck lässt sich bei Bedarf über eine Schraube an der Unterseite einstellen – dank des Hebels an der Brühgruppe ist das jedoch nur selten notwendig. Und falls Sie keine Milchgetränke zubereiten: Der Dampfkessel lässt sich abschalten, um Energie zu sparen.

Benutzerfreundlichkeit – 4.5/5

Die Benutzerfreundlichkeit der Bianca schätze ich besonders. Es fühlt sich an wie eine Maschine, mit der man gemeinsam wachsen kann: Die Grundlagen sind nicht komplizierter als bei anderen halbautomatischen Espressomaschinen. Gleichzeitig sorgen die Möglichkeiten zur Flussprofilierung dafür, dass es auch mit wachsender Erfahrung spannend bleibt.

So lässt sich etwa die Vorbrühphase entweder elektronisch programmieren oder manuell per Paddle steuern – ganz nach dem gewünschten Grad an Kontrolle.

Gesteuert werden die Funktionen der Bianca über das hochauflösende LCD-Display des Lelit Control Center (LCC). Hier können Sie die Temperaturen für Dampf- und Brühkessel einstellen, die Brühzeit festlegen und den Dosierzähler einsehen. Sobald Sie einen Brühvorgang starten, fungiert das Display automatisch als PID-gesteuerter Timer.

Wie funktioniert das also?

Große Dualboiler-Espressomaschinen benötigen oft bis zu 45 Minuten, um aufzuheizen und eine stabile Brühtemperatur zu erreichen. Deshalb lassen viele Nutzer sie den ganzen Tag eingeschaltet – was natürlich Ressourcen verschwendet. Lelit hat dieses Problem gelöst, indem ein Standby-Modus integriert wurde: Die Temperatur wird dabei auf 70 °C (158 °F) gesenkt, der Tassenwärmer läuft mit 80 % Leistung weiter.

Von hier aus ist die Maschine in nur 10 Minuten wieder einsatzbereit.

Ein weiteres Highlight der Bianca ist der bewegliche Wassertank mit Wasserstandswarnung. Er lässt sich ganz einfach an beiden Seiten der Maschinenrückseite montieren – ideal, um in der Küche den passenden Platz zu finden. Und falls Sie die Maschine fest ans Wassernetz anschließen möchten, kann der Tank komplett entfernt werden. So wird die Maschine noch kompakter.

Milchaufschäumung – 3.5/5

Das Milchaufschäumsystem ist hervorragend – genau das, was man in dieser Preisklasse erwarten darf. Allerdings ist die Brühleistung der Bianca so fortschrittlich, dass sie häufig mit deutlich teureren Maschinen verglichen wird. Modelle wie die La Marzocco GS3, die ECM Synchronika mit Flow Control oder sogar die Slayer können bei der Dampfleistung nicht mithalten.

Die Bianca besitzt einen 1,5-Liter-Dampfkessel – im Vergleich zu 3,5 Litern bei der GS3, 2 Litern bei der Synchronika und 3,3 Litern bei der Slayer. Der Dampfdruck fällt daher etwas geringer aus als bei diesen Modellen. Für die meisten Privatanwender ist das jedoch unerheblich – schließlich müssen sie nicht im Sekundentakt Milchgetränke zubereiten wie ein Café.

Tatsächlich empfinden viele Privatanwender die extrem leistungsstarken Dampflanzen teurer Maschinen als schwer zu handhaben – insbesondere, wenn ihnen die Erfahrung aus dem professionellen Bereich fehlt. Die Bianca wird daher mit zwei Dampfhahnaufsätzen geliefert: einem mit kleinerer und einem mit größerer Öffnung. So können Sie – je nach Erfahrung – mit unterschiedlicher Geschwindigkeit dämpfen. Wie bereits erwähnt, handelt es sich um ein Modell, das mit Ihren Fähigkeiten mitwächst.

Sowohl der Dampf- als auch der Heißwasserhahn bleiben außen kühl – ein wirksamer Schutz vor Verbrennungen. Beide sind mit einem Kugelgelenk ausgestattet, das für maximale Bewegungsfreiheit sorgt. Im aktuellen Modell wurde zudem die Geometrie überarbeitet – für eine einfachere Handhabung, leichtere Reinigung und weniger Kalkablagerungen.

Verarbeitungsqualität – 4/5

Die Espressomaschinen von Lelit werden in Italien entwickelt und gefertigt – und stehen entsprechend für außergewöhnliche Qualität. Viele Experten sehen ECM als Maßstab in Sachen Verarbeitungsqualität, und ich würde die Bianca nur knapp dahinter einordnen.

Lelit ist bekannt für seine Liebe zum Detail – selbst an Stellen, die für den Nutzer kaum sichtbar sind.

Ästhetik bleibt natürlich Geschmackssache, doch es fällt schwer, sich dem Charme der Bianca zu entziehen: Im Vergleich zu anderen Maschinen ihrer Klasse überzeugt sie mit sanft abgerundeten Kanten und warmen Holzelementen – etwa an den Füßen und am Griff des Siebträgers. Während viele Hersteller Holzkomponenten nur gegen Aufpreis anbieten, liefert Lelit diese bei der Bianca serienmäßig – ein echtes Statement.

Die Bianca ist insgesamt recht kompakt – besonders, wenn der Wassertank entfernt wurde.

Kurz gesagt: Sie dominiert Ihre Küche nicht. Allerdings bringt sie rund 27 Kilo auf die Waage – was ein gutes Zeichen ist. Denn: Die Maschine ist vollgepackt mit hochwertigen Edelstahlkomponenten, darunter auch die Abtropfschale und der Tassenwärmer.

Die Holzfüße sind höhenverstellbar – praktisch, um die Maschine exakt auszurichten. Oder, wenn Sie das Festwasser-Kit nutzen, um die Abtropfschale leicht in Richtung Ablauf zu neigen.

Normalerweise widme ich dem Portafilter keinen eigenen Abschnitt.

Doch beim patentierten Ausguss-Design von Lelit mache ich eine Ausnahme:

Dieses einzigartige Konzept verbessert nicht nur die Qualität des Espressos und der Crema – es sieht auch noch beeindruckend aus. Zugegeben: Das gleichzeitige Befüllen von zwei Tassen ist damit etwas umständlich (3).

Zusätzlich liefert Lelit die Bianca mit einem bodenlosen Lelit Siebträger aus.

Wer Espresso liebt, weiß: Ein nackter Portafilter gehört einfach zur Grundausstattung.

Nur wenige Hersteller denken mit – die einzige andere Marke, die mir einfällt, ist Slayer. Und die kostet rund das Dreifache.

Auch das Zubehör überzeugt: Ein schwerer Tamper aus Edelstahl gehört zum Lieferumfang – und zwar einer, den man auch wirklich gerne verwendet.

Reinigung und Wartung – 4.5/5

Die Bianca wird aus Standardkomponenten gefertigt und mit traditionellen Techniken produziert. Diese bewährte Bauweise sorgt dafür, dass Störungen selten auftreten – und im Fall der Fälle sind Ersatzteile sowie qualifizierte Techniker problemlos verfügbar.

Bei regelmäßiger Pflege und Standardreinigung können Sie mit einer Lebensdauer von über 20 Jahren rechnen – bei minimalem Wartungsaufwand.

Wichtig dafür: Rückspülen in regelmäßigen Abständen, die Reinigung von Duschsieb und Siebträger sowie die konsequente Verwendung von gefiltertem Wasser (4).

Einer der größten Schwachpunkte älterer Espressomaschinen war der klassische Druckregler – bei der Bianca wurde er durch einen PID ersetzt. Zudem setzt Lelit auf handelsübliche Nicht-Kompressionsventile für Heißwasser und Dampf. Diese sind langlebiger als Kompressionsventile und lassen sich bei Bedarf einfach reparieren, statt komplett ersetzt werden zu müssen.

Auch im Inneren wurde vieles durchdacht: Die Komponenten sind so angeordnet, dass Risiken minimiert und Wartungsarbeiten erleichtert werden. Die Sicherheitsventile zum Beispiel leiten entstehenden Überdruck gezielt nach außen – ohne dass dabei Feuchtigkeit in elektronische Bauteile gelangt. Selbst das Heizelement ist von unten zugänglich und kann bei Bedarf ausgetauscht werden, ohne den Edelstahlkessel ausbauen zu müssen.

Was uns gefallen hat:

  • Ausgestattet mit einem Durchflussregelungshebel
  • Einfach zu bedienendes Lelit Control Center
  • Einzigartiger beweglicher Wassertank
  • Ansprechendes Design mit Holzakzenten

Was uns nicht gefallen hat:

  • Es kann schwierig sein, zwei Tassen gleichzeitig zuzubereiten.
  • Der Dampfdruck ist nicht so hoch wie bei anderen großen Doppelkesseln.

Kaufen Sie die Bianca nicht, wenn…

  • Sie interessieren sich nicht für die Durchflussprofilierung: Wenn Sie auf diese Funktion verzichten möchten, lohnt es sich auch nicht, dafür zu zahlen. In diesem Fall könnten die Lelit Elizabeth (Dualboiler) oder die Lelit Mara (mit Wärmetauscher) interessante Alternativen sein – beide zählen zu den besten Maschinen im Lelit-Portfolio. Auch die Rocket Giotto Evolutione und die Appartamento, beides Maschinen mit Wärmetauscher, sind eine Überlegung wert.
  • Sie benötigen ein Gerät für den gewerblichen Gebrauch: Möglicherweise möchten Sie eine Profi-Maschine erwerben, um ein Catering-Unternehmen zu gründen oder ein kleines Café zu betreiben. In diesem Fall benötigen Sie ein Gerät, das für den gewerblichen Gebrauch gemäß NSF zertifiziert ist. Wir empfehlen Ihnen die La Marzocco Linea Mini oder GS3.
  • Sie bereiten nicht viele Milchgetränke zu: Wenn Sie kein Latte-Fan sind, müssen Sie wahrscheinlich nicht in einen Doppelkessel investieren. Die Espressomaschinen Lelit Victoria und Lelit Kate verfügen beide über eine integrierte Kaffeemühle und sind ausgezeichnete Maschinen mit einem Kessel. Wenn Sie dennoch mit der Flussprofilierung experimentieren möchten, sollten Sie eine Hebelmaschine wie die La Pavoni Professional in Betracht ziehen.

Fazit

Ich lehne mich nicht weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte: Die Lelit Bianca gehört zu den besten Espressomaschinen für den Heimgebrauch. Sie ist nicht nur formschön und hochwertig verarbeitet, sondern bietet als Dualboiler auch eine solide technische Basis. Was sie jedoch wirklich herausragen lässt, ist die manuelle Durchflussprofilierung – ein Feature, das in dieser Form kaum zu finden ist.

Wenn Sie eine Maschine suchen, die Sie vom Einsteiger bis zum Fortgeschrittenen begleitet, sollten Sie sich die Bianca unbedingt näher ansehen. Enttäuscht werden Sie nicht.

Lelit Bianca PID V2 Dual Boiler

PREIS PRÜFEN

  1. Teahan, M. (24. Juli 2019). Pressure and Flow: A Guide for Espresso Technicians. Abgerufen von https://dailycoffeenews.com/2019/07/24/pressure-and-flow-a-guide-for-espresso-technicians/
  2. Grant, T. (29. Juli 2020). How Flow Profiling Impacts Espresso Extraction. Abgerufen von https://perfectdailygrind.com/2020/07/how-flow-profiling-impacts-espresso-coffee-extraction/
  3. Meister, E. (9. August 2018). Should You Skim the Crema Off Your Espresso? Abgerufen von https://www.seriouseats.com/what-is-crema-espresso-coffee-should-you-skim-it-off
  4. Guerra, G. (2. November 2018). How to Clean and Maintain Your Espresso Machine. Abgerufen von https://perfectdailygrind.com/2018/11/how-to-clean-maintain-your-espresso-machine/
Marc Makepeace
Einer meiner liebsten Morgenrituale ist das Mahlen von frischen Kaffeebohnen für meinen Americano aus der Bialetti. Wenn ich nicht gerade im Homeoffice bin, findet man mich in einem der vielen Coffeeshops auf Koh Phangan. Ein Tag, geprägt von Kaffee und der thailändischen Sonne – so stelle ich mir das perfekte Leben vor.

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