Home » Kaffeebohnen-Sorten: Diese 4 sollten Sie kennen

Kaffeebohnen-Sorten: Diese 4 sollten Sie kennen

Wer die wichtigsten Kaffeesorten kennt, beeindruckt nicht nur Freunde, sondern genießt auch besseren Kaffee. 

Zum Glück gibt es für Kaffeeliebhaber eine große Vielfalt an Kaffee-Sorten – jede mit ihrem eigenen Charakter in Geschmack und Aroma, diese Kaffeebohnen-Unterschiede machen den Reiz aus. Arabica und Robusta sind wohl die bekanntesten Namen. Aber wie sieht es mit den anderen aus?

In diesem Artikel zeige ich Ihnen die vier gängigsten Sorten und ihre wichtigsten Eigenschaften. So finden Sie leichter den Kaffee, der perfekt zu Ihrem Geschmack passt – vom Einkauf bis zur Zubereitung in der Tasse.

Kaffeebohnen-Sorten im Vergleich: Welche vier Arten gibt es?

Die vier wichtigsten Kaffeebohnensorten der Gattung Coffea sind Arabica, Robusta, Liberica und Excelsa. Den größten Anteil an der weltweiten Produktion haben Arabica- und Robusta-Bohnen – sie machen gemeinsam über 90 % aus.

Um Ihnen die Wahl der passenden Bohne für den perfekten Start in den Tag zu erleichtern, stelle ich Ihnen alle vier Sorten im Detail vor. Auch wenn manche Sorten weniger bekannt sind – jede hat ihren festen Platz in der Welt des Kaffees verdient!

KAFFEE-STAMMBAUM-POSTER HERUNTERLADEN

1. Arabica

Arabica-Kaffee, offiziell Coffea arabica, ist die weltweit am häufigsten angebaute Kaffeebohnensorte und macht rund 70 % der globalen Kaffeeproduktion aus. Ursprünglich stammt sie aus Äthiopien, wo sie wild wächst, wurde jedoch erstmals im Jemen kultiviert – daher auch ihr Name.

Arabica-Bohnen zeichnen sich durch süßere und komplexere Aromen aus als Robusta-Bohnen. Deshalb dominieren sie heute den Kaffeemarkt – insbesondere im Bereich Spezialitätenkaffee.

Typisch für Arabica sind eine feine Säure, ein mittlerer Körper und ein vielschichtiges Geschmacksprofil. Am besten kommen diese Nuancen bei Filterkaffee-Brühmethoden zur Geltung – weniger bei Espresso oder Aufgussvarianten.

Coffea-arabica-Pflanzen reagieren sensibel auf ihre Umwelt, was den Anbau anspruchsvoll macht. Sie gedeihen bevorzugt in höheren Lagen, mit reichlich Regen, gut durchlässigen Böden, natürlichem Schatten und möglichst konstanten Temperaturen (1).

Vulkanische Regionen bieten diese Bedingungen oft ideal: nährstoffreiche Böden, gute Wasserdurchlässigkeit und das richtige Mikroklima. In weniger geeigneten Umgebungen ist der Anbau von Arabica allerdings aufwendig und ressourcenintensiv.

Arabica gilt als die empfindlichste der vier Hauptsorten. Bei ungünstigen Bedingungen wächst sie schlecht und ist anfällig für Pilzkrankheiten wie Kaffeerost (Coffee Leaf Rust, CLR), Kaffeekirschenkrankheit (Coffee Berry Disease, CBD) oder Kaffeewelkekrankheit (Coffee Wilt Disease, CWD). Besonders gefährlich wird es bei Monokulturen, da ein Krankheitsausbruch ganze Ernten vernichten kann.

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels hat World Coffee Research insgesamt 55 Arabica-Sorten und -Kultivare dokumentiert. Diese Vielfalt zeigt, wie groß die Unterschiede bei Kaffeebohnen sein können.

2. Robusta

Robusta ist die zweitbeliebteste Kaffeesorte und macht rund 30 % der weltweiten Kaffeeproduktion aus und gehört damit zu den bedeutendsten Kaffeebohnen-Sorten weltweit. Die Art heißt offiziell Coffea canephora, wird aber meist Robusta genannt – weil sie robuster ist als die empfindlichere Arabica-Pflanze.

Ursprünglich stammt sie aus dem westlichen Afrika südlich der Sahara. Heute gedeiht sie in deutlich mehr Regionen und gilt als weniger anfällig für Krankheiten. Trotz dieser Vorteile ist Robusta weniger populär, da ihr Geschmack oft als weniger fein empfunden wird.

Robusta-Bohnen zeichnen sich durch ein dunkleres, erdigeres Aroma aus und werden häufig dunkler geröstet, um diesen Charakter zu betonen. Außerdem enthalten sie fast doppelt so viel Koffein wie Arabica-Bohnen.

Im Vergleich zur Arabica gilt Robusta oft als minderwertig und landet häufig in Instantkaffee. Doch das ändert sich: Immer mehr Kaffeebauern und Röstereien entwickeln hochwertige Robusta-Sorten und Robusta-Arabica-Hybride (2).

Besonders gut eignen sich Robusta-Bohnen für die Zubereitung von Espresso. Sie sorgen für eine reichhaltige Crema, einen volleren Körper und ein cremigeres Mundgefühl als Arabica-Bohnen.

Mit ihrem kräftigen, erdigen Profil passen sie perfekt zu süßem Milchschaum in Getränken wie Latte Macchiato oder Cappuccino – dort würden die feinen Aromen von Arabica ohnehin untergehen.

In Süditalien, einer Hochburg der Espressokultur, enthalten die meisten Espressomischungen mindestens einen Anteil Robusta (3). Die Bohnen runden die helleren, fruchtig-säuerlichen Noten des Arabica-Kaffees ab und sorgen für einen vollmundigen, harmonischen Shot.

Robusta bietet spannende Kaffeebohnen-Unterschiede – vorwiegend beim Geschmack und der Zubereitung.

3. Liberica

Liberica-Kaffeebohnen machen weniger als 2 % des weltweiten Kaffeeangebots aus. Im 19. Jahrhundert erfreute sich die Sorte in Südostasien großer Beliebtheit, da sie widerstandsfähiger gegen eine Kaffeerost-Pandemie war als die damals verbreiteten Arabica-Pflanzen. Als sich Arabica jedoch wieder durchsetzte, geriet Liberica zunehmend in Vergessenheit.

Angesichts des Klimawandels und der zunehmenden Herausforderungen im Arabica-Anbau könnte Liberica jedoch bald ein Comeback erleben.

Liberica-Kaffee hat ein außergewöhnliches Aroma: Wer auf der Suche nach besonderen Kaffeebohnen-Sorten ist, wird bei Liberica fündig. Er verbindet blumige und fruchtige Noten mit einem tief rauchigen, teilweise holzigen Geschmack. Der Körper erinnert an Robusta – voll und kräftig. Zwar ist der Geschmack nicht jedermanns Sache, doch bei richtiger Zubereitung kann Liberica ein echtes Erlebnis sein.

Die Coffea liberica-Pflanze stammt ursprünglich aus Westafrika und ist nach der Nation Liberia benannt. Heute wird sie vorwiegend in Malaysia und auf den Philippinen angebaut. Liberica-Bäume wachsen deutlich größer als Arabica- oder Robusta-Pflanzen, und auch die Bohnen sind auffallend groß und unregelmäßig geformt. Sie bevorzugen gut durchlässige Böden, leichten Schatten – und gedeihen sogar auf nährstoffärmeren Böden, mit denen Arabica nicht zurechtkäme.

4. Excelsa

Excelsa wurde kürzlich als eine Variante des Liberica-Kaffees neu klassifiziert, da sie unter ähnlichen Bedingungen wächst und vergleichbare Baumhöhen erreicht. Der gewonnene Kaffee unterscheidet sich jedoch deutlich – er besticht durch einen deutlich fruchtigeren Charakter und eine herbe Säure, die ihm in Kaffeemischungen für mehr Komplexität sorgt.

Excelsa-Kaffee nimmt nur einen kleinen Anteil am aktuellen Kaffeemarkt ein. Angesichts seines reizvollen Geschmacksprofils und der Tatsache, dass er nahezu so robust und ertragreich wie Robusta ist, dürfte seine Verbreitung jedoch zukünftig zunehmen.

Ähnlich wie bei Robusta wurde Excelsa lange als minderwertig angesehen – bedingt durch suboptimale Anbau- und Verarbeitungsmethoden, nicht jedoch aufgrund der Bohne selbst. Bei sorgfältiger Behandlung besitzt Excelsa das Potenzial, zu einem echten Spezialitätenkaffee zu avancieren. Auch hier zeigen sich die feinen Kaffeebohnen-Unterschiede, die für Vielfalt in der Tasse sorgen.

Wie viele Kaffeebohnensorten gibt es?

Es gibt über 130 bekannte Coffea-Arten – die Pflanzengattung, deren Samen uns den geliebten morgendlichen Bohnensaft liefern. Und noch immer werden neue entdeckt. Doch das ist nur der Anfang: Innerhalb jeder Art existieren zahlreiche Varianten, die durch natürliche Mutationen, Kreuzungen oder gezielte Züchtung entstehen.

Kaffeesorten werden von Landwirten und Forschern gezielt entwickelt, um bestimmte Eigenschaften zu fördern – etwa Resistenz gegen Schädlinge und Krankheiten, höhere Erträge oder besondere Aromen. Aktuell listet das World Coffee Research 55 Arabica- und 47 Robusta-Sorten (4).

Abschließende Gedanken

Die vier wichtigsten Kaffeesorten sind Arabica, Robusta, Liberica und Excelsa – doch darüber hinaus gibt es Dutzende weitere Varianten zu entdecken. Und es werden stetig mehr. Die Welt des Kaffees ist faszinierend und vielseitig: Sie verbindet Biologie, Geologie, Geografie und eine beeindruckende Vielfalt an Aromen.

Nutzen Sie das Wissen aus diesem Artikel und erkunden Sie verschiedene Kaffeesorten aus aller Welt. Mit jeder neuen Bohne entdecken Sie nicht nur neue Geschmackswelten – sondern lernen auch mehr über die spannende Vielfalt hinter einer einfachen Tasse Kaffee.

FAQs

Arabica-Bohnen gelten unter Spezialitätenkaffee-Liebhabern als die bessere Wahl – dank ihres natürlichen, süßeren und komplexeren Geschmacksprofils. Der Haken: Ihr Anbau ist anspruchsvoll und erfordert ganz bestimmte Bedingungen. Für viele Landwirte sind sie deshalb nicht immer die praktikabelste Option.

Die beste Kaffeebohne ist letztlich die, die Ihnen am besten schmeckt. Auch wenn es unter Kaffeeliebhabern keine einhellige Meinung gibt, gilt die Sorte Gesha Arabica (auch bekannt als Geisha-Kaffee) als heißer Favorit. Sie wird für ihre komplexen Frucht- und Blütenaromen geschätzt – und hält den Rekord als teuerster Kaffee, der je bei einer Auktion verkauft wurde (5).

Starbucks setzt ausschließlich auf Arabica-Kaffee – selbst für seine Espressobohnen. Die Bohnen stammen aus verschiedenen Anbaugebieten weltweit, darunter bekannte Ursprungsländer wie Kolumbien, Brasilien, Äthiopien und Sumatra.

Auf der Verpackung Ihres Kaffees sollte die verwendete Bohnensorte vermerkt sein. Die meisten Röster von hochwertigem Kaffee legen großen Wert darauf, Herkunft und Sorte klar anzugeben – oft sogar mit Hinweis auf spezifische Arabica-Varietäten wie Bourbon, Typica oder Caturra.

  1. Institute for Scientific Information on Coffee. (n.d.). Coffee farming. Retrieved from https://www.coffeeandscience.org/about-coffee/coffee-farming
  2. Grant, T. (2. März 2022). How can processing be used to improve the quality of commodity robusta coffee? Abgerufen von https://perfectdailygrind.com/2022/03/processing-to-improve-quality-robusta/
  3. Coffee Business Intelligence. (25. Juli 2024). Italy Between Tradition and Innovation: Is It Possible to Grow Coffee? Abgerufen von https://coffeebi.com/2024/07/25/italy-between-tradition-and-innovation-is-it-possible-to-grow-coffee/
  4. World Coffee Research. (2024). Coffee varieties catalog. Abgerufen von https://worldcoffeeresearch.org/resources/coffee-varieties-catalog
  5. Newsroom Panama. (20. September 2024). Boquete’s Geisha Coffee Sets Record at Private Auction: 13,518 Dollars per Kilogram. Abgerufen von https://newsroompanama.com/2024/09/20/boquetes-geisha-coffee-sets-record-at-private-auction-13518-dollars-per-kilogram/
Marc Makepeace
Einer meiner liebsten Morgenrituale ist das Mahlen von frischen Kaffeebohnen für meinen Americano aus der Bialetti. Wenn ich nicht gerade im Homeoffice bin, findet man mich in einem der vielen Coffeeshops auf Koh Phangan. Ein Tag, geprägt von Kaffee und der thailändischen Sonne – so stelle ich mir das perfekte Leben vor.

Schreibe einen Kommentar


Homegrounds is reader-supported. When you buy via the links on our site, we may earn an affiliate commission at no cost to you. Learn more.